geschnittenes BrotMit der Brot-Knigge richtig speisen

Tischmanieren sind das A und O, wenn man sie kennt und sie dem Anlass entsprechend anpasst. Dazu kommen andere Länder andere Sitten, doch generell sind die jeweiligen traditionellen Regeln einzuhalten. „Unser täglich Brot gib uns heute“ kennen wir, aber wie sie es mit der Umsetzung aus? Und sogleich stellt sich die Frage, sollen wir das Brot schneiden (zum Beispiel mit einer manuellen Brotschneidemaschine) oder brechen oder uns der Allgemeinheit anpassen. Gerade diese Kleinigkeiten setzen sich in der Brot-Knigge wie ein Puzzle zusammen.

Woran erkennt man die Deutschen?

Unsere Nachbarländer wie Italien oder Frankreich wissen es. Ein Deutscher im Restaurant bestreicht sein Brot und beißt davon ab. Gerade zum Abendbrot machen wir das so und haben es ja auch so gelernt und was soll daran so falsch sein. Generell sei gesagt, ein Brot wird nicht nur geschnitten oder gebrochen, es kommt auf die Tageszeit und Mahlzeit an.

Das Frühstück

Mit einem ausreichenden Frühstück ist ein guter Anfang für den Tag gemacht. Und beim Frühstück darf kniggegerecht geschnitten und beschmiert werden. Auch bei Semmeln und den Brötchen im Allgemeinen ist das so. Ob Vollkorn- oder Weizenbrot, die Scheibe wird nach blieben belegt und beschmiert und davon abgebissen. Hier kann man schon mal nichts falsch machen.

BrotscheibenDer Brotkorb

Das kann für so manchen eine Herausforderung sein. Da sich zu einem Brotkorb nur ein Buttermesser gesellt, heißt das nichts anderes. Das Brot wird gebrochen und mit dem bereitgestellten Belag versehen. Das kann ein Brotaufstrich, Schmalz oder die Butter an sich sein. Mundgerechte Portionen abbrechen, bestreichen und ohne abzubeißen verzehren.

Belegte Brote

Bieten sich belegte Brote an, können diese in der Mitte durchgeschnitten und zum Verzehr in die Hand genommen werden. Mit Messer und Gabel fällt man eher auf. Das Brot dient man Gastgeber als Einstieg und soll nicht satt machen, sondern nur die Geschmacksnerven anregen.

Das Brot zum Hauptgang

Brot kann als Soßenträger dienen und wird einfach abgebrochen und in die Soße getunkt. Dazu bietet sich gerade das Weißbrot an. Ebenfalls wird das Brot zum Salat gebrochen und man saugt die Tunke damit auf. Bei Schwarz- oder Graubrot überlagert aber der Eigengeschmack des Brotes die Soße. So ist das Weißbrot das Mittel der Wahl.

Auswahl an BrotenWie man sieht, gibt es kein generelles „Schneiden“ oder „Brechen“, sondern der Anlass und das jeweilige Land tragen dazu bei. Im Ausland ist es an der Tagesordnung, sein Stück Brot in die Soße zu tunken. In Deutschland gilt es als immer noch als unfein. Werden im Lokal und Restaurant aber Schälchen in der Tischmitte angeboten, darf es aber sein und ist auch so gewollt. Die Brot-Knigge ist daher nicht einfach so über den Kamm zu scheren.

Im Mittelalter war es gang und gäbe sein Brot einzutunken. Das musste auch sein, da das Brot teilweise steinhart war und so wurde es in Öl getaucht, damit man es verzehren konnte. Ein altes Relikt im neuen Gewand, denn ein eingetunktes Brot schmeckt gut.

Die Brot-Knigge und ihre Eigenheiten

Das Brot zu brechen oder zu schneiden, liegt nicht immer im Auge des Betrachters. Ist man eingeladen, schließt man sich der Masse an. Generell zeigt der jeweilige Anlass auf, ob leger oder nicht, wie man sich verhält. Und wenn man die Brot-Knigge noch nicht intus hat, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Denn die Eigenheiten müssen erstmal in Fleisch und Blut übergehen.