Nach den Weihnachtsbräuchen letzte Woche geht nun langsam die Vorbereitung für Sylvester los. Doch nicht überall gehören Böller, Sekt und Bleigießen zum Jahreswechsel dazu. Tatsächlich gibt es in einigen Ecken der Erde sehr kuriose und auch lustige Weihnachtsbräuche.

Der Nachtschwärmer (Schottland):
Die Schotten haben ja einige sehr eigenwillige Gebräuche, dass fängt bei den Schottenröcken an und geht weiter mit sportlichen Großereignissen wie etwa den Baumstammweitwurf. Doch zu Sylvester (schottisch Hogmanay) lassen sie es verhältnismäßig normal angehen: Kurz vor Mitternacht ziehen in Schottland junge Männer mit Whisky, Rosinenbrot und einem Stück Kohle von Haustür zu Haustür. Klopft ein solcher Nachtschwärmer an der Tür, muss man ihn unbedingt hereinbitten, denn er bringt Glück für das neue Jahr.

Zwölf Trauben zu Mitternacht (Spanien):
In spanischen Supermärkten gibt es vor Neujahr immer Packungen mit genau zwölf Weintrauben. Das liegt daran, dass es dort üblich ist zum Jahreswechsel um Mitternacht mit jedem Glockenschlag eine Traube zu verspeisen und sich dazu etwas zu wünschen. Weil es dabei unter Umständen schon mal schnell gehen muss, hat man sich in Spanien übrigens mittlerweile darauf verlegt, Trauben ohne Kerne zu verwenden.

108 Übel des alten Jahres und Mochi-Unfälle: (Japan)

Na, die Japaner mal wieder: Nach der großen Sause an Sylvester dauert das Fest zum Jahreswechsel bis zum 7. Jänner. Allerdings widmet man die ersten drei Tage davon der Ruhe und dem Zusammensein mit der Familie. Doch um Mitternacht erschallen von jedem Tempel im Land 108 Glockenschläge – sie stehen repräsentativ für die 108 Übel des letzten Jahres, die es zu vertreiben gilt. Zudem haben die Japaner eine traditionelle Neujahrsspeise: Mochis, Klöße aus gestampften Klebereis. Der Verzehr dieser Klöße soll Glück und ein langes Leben bringen. Leider gibt es jedes Jahr zahlreiche Todesfälle, weil jemand an den Mochis erstickt ist.

Weiße Gewänder und rote Unterwäsche: (Brasilien)
In Brasilien, der Heimat zahlreicher Supermodels feiert man den Jahreswechsel in weißen Gewändern – der Farbe der Unschuld, Reinheit und des Friedens. Zusätzlich gilt weiß aber auch als die Farbe der Meeresgöttin Yemanjá – die Göttin der Fruchtbarkeit – und daher werfen Frauen ihr zu Ehren Blumen ins Meer. Eine weitere Kuriosität: Zu Sylvester tragen Frauen auch besondere Unterwäsche. Rote Dessous sollen die Hoffnung nach der großen Liebe ausdrücken, weiße ein harmonisches Leben.